...Ein Frankfurter Kaufmann, gelernter Buchhändler mit mittlerweile langem Vorstrafenregister, fliegt auf mit „Meisterwerken", die er en gros anbietet. Spitzenpreise erzielten seine Bilder à la Goya, Picasso, Corinth oder van Dyck. Insgesamt sind es mehr als 450 Arbeiten, die nur einen Schönheitsfehler haben: Sie sind allesamt falsch. Die hatte er verkauft oder bei Privatleuten und Banken beliehen, um seinen aufwändigen Lebensstil zu finanzieren.
... Auf moderne Klassiker hat sich Kunsthändler im Brandenburgischen spezialisiert. 200 Falsifikate nach Schmidt-Rottluff, Heckel, Kirchner, Pechstein und Mueller stellt die Polizei sicher. Der Galerist, schon zu DDR-Zeiten als Funktionär mit Kunst und Antiquitäten befasst, sieht sich als Opfer. Hat er doch Expertisen für seine Bildersammlung, ausgestellt von renommierten Wissenschaftlern, darunter Professorin Magdalena Moeller, Leiterin des Brücke-Museums in Berlin. Das Landgericht Verden verurteilt den Händler dennoch zu vier Jahren Haft wegen Betruges.
... Im nordfriesischen Seebüll entscheidet Professor Martin Urban, was von den Arbeiten des Expressionisten Emil Nolde echt ist. Und weil sich der Nachlassverwalter seit langem darüber ärgert, immer wieder dieselben Fälschungen begutachten zu müssen, ist er dazu übergegangen, die Signaturen auf vermeintlichen Falsifikaten durchzustreichen. Ein Vorwurf wird laut, dass er dies auch bei einem Nolde-Original getan habe. Ein Gericht muss Schadenersatzforderungen klären. Mit einem anderen Urban-Urteil beschäftigt sich das Bundeskriminalamt. Sieben Aquarelle des Expressionisten hatte der Professor vor Jahren handschriftlich die Echtheit bescheinigt. Inzwischen erklärt Urban, Bilder und Expertisen seien gefälscht.
1998
... Gut vorbereitet hat ein westfälischer Geschäftsmann den Verkauf seiner vermeintlich exquisiten Bilder. Nicht nur erstklassige Namen wie Cranach, Rubens, Renoir, Rembrandt und van Gogh kann er anbieten, sondern auch Expertisen, Versicherungsbescheinigungen samt Leihvertrag mit einem Museum. Doch der Metzger und Spielhallenbetreiber hat Pech, er fällt auf einen verdeckten Ermittler herein. Beim Prozess stellt sich heraus, dass er billige Repliken mit Gefälligkeitsgutachten zu Millionenobjekten veredeln ließ. Mit dabei zwei Experten, deren Namen schon bei anderen Kunstskandalen auftauchten, der Chefrestaurator eines renommierten Museums und ein einschlägig bekannter Kunsthistoriker. Für seinen Betrug wird der Kunsthändler zu zwei Jahren und sechs Monaten Gefängnis verurteilt.
... Auf nachgemachte Fotos des Bauhaus-Künstlers Man Ray ist ein renommierter Fotograf hereingefallen. Drei Millionen Mark zahlt der erfahrene Sammler für 60 Abzüge, die sein Pariser Lieferant geerbt haben will. Als der Sammler seine Schätze dem Metropolitan Museum in New York für eine Ausstellung anbietet, beweist die Papieranalyse: Alle Abzüge wurden nach 1970 hergestellt.
. .. Mit einer Jawlensky-Schau blamiert sich das Essener Folkwang-Museum. Gezeigt werden mehr als 100 Blätter, die angeblich von der Hand des Russen stammen sollen und überraschend bei einem schwäbischen Galeristen aufgetaucht sind. Noch vor Eröffnung der Ausstellung warnen Experten. In einem Ergänzungsband zum Ausstellungskatalog, der die Ergebnisse einer nachträglichen Beratung aufarbeitet, müssen die Initiatoren Michael Bockemühl und Georg-W. Költzsch bekennen: "Auf dem Symposium konnte der Beweis erbracht werden, dass es sich zumindest bei den Blöcken I und III des fraglichen Konvoluts um Fälschungen handelt."
1997
... Die teuersten Bilder der Welt sollen falsch sein. Für 67 Millionen Mark ersteigerte der japanische Konzern Yasuda van Goghs Sonnenblumenbild und der japanische Industrielle Saito für 117 Millionen das "Bildnis Dr. Gachets". Nun mehren sich bei Kunsthistorikern die Zweifel. Mal wird die Echtheit von gleich 45 Werken des Niederländers bezweifelt, mal sollen es nur 18 Falsifikate sein. Schon 1930 reimte der Publizist Alfred Kerr: "Das Leben lacht. Die Sonne strahlt. Der tote Vincent malt und malt." Und zur selben Zeit juxten Insider: "Deutsche kauft nur deutsche van Goghs."
... Mit dem Urteil des Oberlandesgerichts Zweibrücken endet eine zähe Kunstaffäre, bei der ein prominenter Historiker Hauptakteur ist. Der lieferte das Gemälde "Porto d'Ischia", angeblich von Hans Purrmann, in einem Berliner Auktionshaus ein. Für 220.000 Mark wird das Werk versteigert und kurz darauf als minderwertiges Imitat entlarvt. Der Historiker verweigert die Rückzahlung, bis er per richterlichem Entscheid zur Erstattung verurteilt wird.
1996
.... In Augsburg werden in einer Verkaufs-Schau Bronzen und Graphiken angeboten, angeblich von Salvador Dali. Wieder erweist sich der Handel mit Arbeiten des Spaniers als höchst problematisch. Sicher in dem ganzen Wust von gefälschten, halb und fast echten Werken und Reproduktionen ist nur: Der Meister selbst hat mit seiner äußerst freizügig verteilten Signatur zur Verwirrung beigetragen.
... Die französische Provinzstadt St. Malo ist ein den Schlagzeilen. Zunächst weil hier 15 bis dahin unbekannte Bilder van Goghs gezeigt werden. Später weil die Polizei die Mal-Werke beschlagnahmt und die Organisatoren wegen Betrugs angeklagt werden.
1995
... Aufregung in der Tate Gallery: Ihr Archiv ist für einen dreisten Fälscher-Coup missbraucht worden. Ein Hochstapler fand Zugang zu der Datei und platzierte hier falsche Dokumente. Mit diesen erhielten die Arbeiten eines Fälschers einwandfreie Porvenienzen und konnten zu exorbitanten Preisen verkauft werden. Nur 60 der im Stil von Chagall, Giacometti, Dubuffet und anderen gemalten Bilder konnten sichergestellt werden. Rund 140 verunsichern weiter Handel und Museen. Der Schaden wird auf mindestens 2,5 Millionen Pfund geschätzt. Der Hochstapler wird 1999 zu sechs Jahren Gefängnis verurteilt, der Fälscher kommt mit 12 Monaten davon.
... Mit dem Hinweis "aus Privatbesitz" wirbt ein Berliner Händler für seine Ware. Und findet Interessenten, die dem Senatsbediensteten die Bilder, angeblich gemalt von Lesser Ury, Liebermann oder Leistikow, abkaufen. Als die lukrative Nebentätigkeit publik wird, melden sich zum Erstaunen der Polizei nur wenige Betrogene, die meisten bleiben lieber unerkannt.
... Vorwürfe werden gegen einen Mitarbeiter und Vertrauten des Bauhaus-Künstlers Man Ray laut: 150 Abzüge von Fotografien des Meisters soll er nach dessen Tod gefertigt haben. 20 Reproduktionen gesteht er ein. Und diese seien für einen guten Zweck hergestellt worden - damit eine "Association des Amis de Man Ray" weiterarbeiten könne.
1994
... In fünf Münchner Auktionshäusern beschlagnahmt die Polizei 1200 Bilder und Graphiken. Wertlose Chagall-, Mirò- und Picasso-Drucke werden mit Kreide Kritzeleien und Signaturen angereichert, daneben werden Teppiche und Lampen en gros angeboten. Geschätzte Höhe des Schadens: 10 Millionen Mark. Die Auktionatorin weist jede Verantwortung mit der originellen Begründung von sich, schließlich verstehe sie nichts von Kunst.
1992
... Eine vorläufige Bilanz in Sachen Dali-Fälschungen: Bis zu 90 Prozent der im Handel befindlichen Graphik-Arbeiten müssen als falsch eingestuft werden. Zu diesem Ergebnis kommen internationale Fahnder. Mit einem kritischen Werkverzeichnis versuchen der Kunsthistoriker Lutz Löpsinger und der Galerist Ralf Michler, den Sumpf trocken zu legen.
... Vor Gericht gesteht ein Ingenieur, viele Postkarten als Werke hochrangiger Expressionisten nicht - wie behauptet - geerbt, sondern selbst gefertigt zu haben. Diese Bildergrüße von Kirchner, Klee, Kandinsky oder Schiele hatten bei Auktionen Preise zwischen 5.000 und 25.000 Mark erzielt. Emsig hatte der Mann alte Postkarten auf Flohmärkten zusammengeragen, die Beschriftung getilgt und mit neuen Motiven versehen.
1991
... Wieder macht Eric Hebborn Schlagzeilen. In seiner Biographie bekennt er, auch nach seiner ersten Enttarnung 1978 munter seiner Leidenschaft für die Alten Meister nachgegangen zu sein. Und er enthüllt die Praktiken einiger Kunsthändler. Die nämlich, so schreibt Hebborn, hätten nach dem ersten Skandal bei ihm Fälschungen geordert und teuer verkauft. Allerdings nimmt der Brite es mit der Wahrheit auch jetzt nicht so genau. Er reklamiert Bilder als seine eigenen, die nachweislich echt sind - und macht die Verwirrung auf dem Kunstmarkt komplett. 1996 wird er mit schweren Kopfverletzungen in Rom, wo er seit über 30 Jahren gelebt hat, aufgefunden. Wenig später stirbt er. Unfall oder Verbrechen - die Umstände sind bis heute ungeklärt.
1990
... Bei einer Hausdurchsuchung in der Privat-Villa eines mittelständischen Unternehmers im schwäbischen Leonberg findet die Polizei 700 Dali-Blätter. 1983 hatte der Eigentümer in Südfrankreich gleich 2600 Lithographien des Spaniers erstanden. Ein Züricher Galerist, um sein Urteil als Fachmann gebeten, diagnostiziert: "Auf keinen Fall Original-Lithographien". Trotz dieses Gutachtens tauchen die Billig-Drucke kurz darauf auf dem deutschen Markt auf, vertrieben von der Kunsthandelsgesellschaft des Unternehmers. 1991 wird der Mann wegen seiner Verdienste um die Förderung der Bildenden Kunst mit dem Verdienstkreuz am Bande ausgezeichnet.
1989
... International betätigt sich der holländische Händler Willem Lenting. Er inseriert Bilder, die angeblich von Nolde, Klee, Kirchner oder Chagall stammen, als Gelegenheitskauf aus Familienbesitz. Die erstaunlich günstigen Preise machen die Interessenten nicht misstrauisch, sie wittern eine Okkasion und greifen zu. Für reichlich Nachschub sorgt Adrian J. Smit, ein Autodidakt, der mit selbst verliehenem Doktortitel als "Kunstkriticus" auftritt und die eigenen Malwerke für echt erklärt.
1988
... Der "Stern" (Klaus Ahrens/Günter Handlögten) enthüllt, dass die "größte Kunstgalerie Europas" im westfälischen Hamm Billig-Importe aus Fernost als Werke angeblich deutscher Kleinkünstler handelt. In Hongkong werden idyllische Landschaften und Blumen-Stilleben im Akkord gepinselt. Josef Mensing, der Inhaber des Kunsthauses, nimmt sich kurz nach einer polizeilichen Hausdurchsuchung das Leben ....mehr
... Der Maler Wolfgang Lämmle hat mit eigenen Werken nur mäßigen Erfolg. Aber wenn er Nolde, Kollwitz oder Rembrandt nachahmt, floriert das Geschäft. 220 Bilder beschlagnahmt die Polizei, weitere 300 hängen bereits in Sammlungen und Galerien. Der Schwabe wird 1993 zu zwei Jahren Haft auf Bewährung und einer Geldstrafe verurteilt. Im selben Jahr versteigert das Finanzamt Lämmle-Werke, darunter auch ausgewiesene Fälschungen, um dessen Steuerschulden auszugleichen ....mehr
... 200 unbekannte Pastelle des Russen Michail Larionow touren als "Sensation für Kunstkenner" durch Europa. In einer Privatsammlung will sie ein Kunstschriftsteller aufgestöbert haben. Die Sensation endet im Skandal, als in Genf eine chemische Analyse ergibt: alles falsch. 1995 wird das Verfahren gegen den Lieferanten mangels Beweisen eingestellt. Nicht geklärt werden kann, wer die Hintermänner sind und auf welchen Wegen die Ware aus Russland kommt. Fatal, denn außer den 200 sichergestellten Fälschungen wird geschätzt, dass noch rund 1500 Falsifikate auf dem Markt sind.
... In der Müncher Pinakothek wird das Daubigny-Gemälde "Landschaft bei Auvers" abgehängt. Die Zweifel an der Echtheit des Bildes hat der Chef des Hauses, der Generaldirektor der Bayerischen Gemäldesammlungen Hubertus Falkner von Sonnenburg, angemeldet ....mehr
... Der Freizeit-Maler Rüdiger Faller wird beschuldigt, Dutzende Nachahmungen von Heckel, Kirchner und Dix angefertigt zu haben. Für sein umfangreiches Oeuvre wird er zu drei Jahren Haft verurteilt. Bestraft werden auch die Komplizen, die seine Arbeiten unter die Leute brachten. Der Staatsanwalt bedauert, dass die hochmögenden Kunsthändler und Galeristen, die Bilder "wie Räucherschinken" bestellt hatten, nicht mit auf der Anklagebank sitzen....mehr
... Einer der produktivsten Fälscher der Bundesrepublik packt aus. Edgar Mrugalla erzählt den Journalisten Klaus Ahrens und Günter Handlögten, wie er den deutschen Kunstmarkt um 2.500 Graphiken und Gemälde bereichert hat. Von Beckmann bis Zille, von Picasso bis Liebermann, Nolde und Kollwitz ist alles vertreten. 1990 wird Mrugalla wegen seiner Mitteilsamkeit über Geschäftspartner zu milden zwei Jahren Haft auf Bewährung verurteilt. Vier Jahre lautet das Urteil für Mrugallas Hauptabnehmer, einen Düsseldorfer Klein-Kunsthändler ....mehr
1984
... Die Kunstwelt überschlägt sich vor Begeisterung. Eben sind in einem Kanal in Livorno drei Modigliani-Skulpturen gefunden worden. Die Museumsdirektorin Vera Durbé sieht bei den Büsten die "geniale Hand des jungen Modigliani". Bis drei Studenten sich als Schöpfer bekennen. Zum Beweis fertigen sie eine neue Imitation in einer Live-Sendung des Fernsehens.
1983
... Fünf Spanier sind angeklagt, den Kunstmarkt mit Dali-Nachahmungen bereichert zu haben. Allein der Maler Manuel Pujol zeichnet für drei Ölbilder und rund 100 Zeichnungen und Aquarelle verantwortlich. Nach Aussage Pujols aber sind nicht nur finstere Fälscher am Werk. Die Ehefrau des Surrealisten Gala soll mitsamt seiner Sekretäre die fragwürdigen Dali-Fabrikationen autorisiert und damit die Flut der Falsifikate noch erhöht haben. Ein Jahr vorher hatte der Künstler seinem Ex-Privatsekretär Peter Moore nachweisen können, eine Ausstellung mit falschen Exponaten bestückt zu haben.
... Kurz vor einer Auktion bei Christie's ergibt eine Untersuchung, dass die Bilder im Stil des Vortizismus (eng. Malerschule vor dem 1. Weltkrieg) falsch sind. Sie stammen aus der Werkstatt des Restaurators Colin Turner, der bereits solche Stil-Werke im Wert von 100.000 Pfund verkauft hat. Aus "Spaß" hatte Turner auch einen Modigliani fabriziert.
1978
... Als Quelle einer stattlichen Anzahl altmeisterlicher Zeichnungen wird der Engländer Eric Hebborn enttarnt. Über Versteigerungen der Auktionshäuser Christie's und Sotheby's hat er mehr als 500 Blätter in Umlauf gebracht. Jetzt hängen Hebborns Nachschöpfungen im Stil von Brueghel, van Dyck oder Piranesi in international renommierten Museen. Die Anstrengungen der an dem Skandal Beteiligten, alle Fälschungen zu finden, sind verhalten.
1976
... Gabriele Stori aus Rom wird als Kopist von Klassikern der Moderne identifiziert. Mit ihm sind etliche Fälscherwerkstätten in Italien fleißig am Werk. Allein der de Chirico-Ausstoß eines der Beteiligten geht in die Tausende. Dabei wird der Meister unwissentlich in die Betrügerei einbezogen. Längst nicht alle werden aufgespürt. Experten schätzen, dass zwei Drittel der Werke des Surrealisten falsch sind.
... Der Engländer Tom Keating bekennt, mehr als 2000 Gemälde, Zeichnungen und Aquarelle gefertigt zu haben. Bei seinen Arbeiten à la Renoir, Dégas oder Palmer zeigt der Restaurator besonderes Talent. Und Witz: Mal schreibt er auf die Grundierung "Fake", dann malt er einem Rembrandtschen Trinker ein Glas mit der Aufschrift "Guiness" in die Hand. Nach seinem Tod 1984 werden im Auktionshaus Christie's rund 200 Gemälde im Wert von einer Million Mark versteigert. Obwohl mit Keating-Signatur versehen, gehen Insider davon aus, dass viele Bilder bald wieder als Originale auf dem Markt angeboten werden.
1970
... Skandal in New York: Eine prominente Galerie zeigt Bilder von Chagall, Klee, Picasso, Matisse und Mirò - allesamt Arbeiten eines David Stein. Dieser sitzt seit zwei Jahren wegen seiner Fälschungen in einem Pariser Gefängnis. Und ist dort weiter produktiv.
1967
... Elmer Hoffmann oder Elmyr de Hory wird entlarvt - rund 1000 Bilder stammen aus seiner Werkstatt. Seine Arbeiten nach Cézanne, Chagall, Picasso und Renoir sind in namhaften Sammlungen und Galerien in aller Welt vertreten. Kunstkenner attestieren dem Ungarn, als Matisse-Fälscher besser gewesen zu sein als der -späte- Meister selbst. Auf 60 Millionen Dollar wird der Wert seiner Reproduktionen geschätzt. Besonders lukrativ für den erfolgreichsten Fälscher der Nachkriegszeit gestaltet sich die Zusammenarbeit mit den Händler Fernand Legros. Dieser beschafft Beglaubigungen und Expertisen für die Hoffmann-Werke und lanciert sie auf den europäischen und amerikanischen Markt. 1976 nimmt sich Hoffmann das Leben.
1959
... stirbt Bernhard Berenson, der weltweit anerkannte Experte für italienische Renaissance-Malerei, in Florenz. Seine feudale Villa I Tatti war das Mekka für alle Ratsuchenden in Sachen Kunst, hier hielt der promovierte Gelehrte Hof. Erst lange nach seinem Tod wird bekannt, dass Berenson zusammen mit dem Kunsthändler Joseph Duveen ebenso lukrative wie anrüchige Bilder-Geschäfte betrieben hatte. Kunden und Opfer waren vorrangig neureiche Industrielle in Amerika, aber auch der europäische Geld- und Hochadel gehörte zur Klientel des Duos. Bilder, die Duveen erwarb, veredelte Berenson mit Expertisen. Da er am Umsatz beteiligt war, wurde das Urteil entsprechend angepasst. So wandelte sich ein Tizian zu einem Giorgione, der damals wesentlich teurer war. Rund 30 Millionen soll Berenson für seine gefälligen Gutachten bekommen haben.
1952
... Lothar Malskat, Maler und Restaurator in Lübeck, bekennt 600 Gemälde und Aquarelle von Großmeistern gefälscht zu haben. Arbeiten im Stil von Rembrandt, Utrillo, Renoir aber auch Klee und Beckmann gehören zum Malskat-Oeuvre. Obendrein schmückte er die Kirchen St. Peter in Schleswig und St. Marien in Lübeck klammheimlich mit Fresken im Stil des 13. Jahrhunderts. Die Kunsthistoriker schrieben Lobeshymnen, 30 Jahre später auch Autor Günter Grass, der Malskat im Roman "Die Rättin" ein Denkmal setzt.
1945
... Fassungslos reagiert die Kunstwelt auf die Beichte des Niederländers Han van Meegeren, etliche Bilder in der Manier des Jan Vermeer gemalt zu haben. Kritiker und Kunsthistoriker hatten zuvor begeistert die Entdeckung der Gemälde gefeiert. Der als Künstler wenig erfolgreiche van Meegeren pinselte mit Naturfarben Bibel-Szenen auf alte Leinwände, von denen er zuvor die Original-Malerei unbedeutender Künstler abgetragen hatte. Renommierte Museen rissen ihm die "Meisterwerke Vermeers" aus der Hand und zahlten enorme Summen. Den höchsten Preis von 1,65 Millionen Gulden legte Nazi-"Reichsmarschall" Hermann Göring für van Meegerens "Christus und die Ehebrecherin" hin. Doch die Freude über diesen Coup währte nicht lange, denn nach Kriegsende wird der Niederländer der Kollaboration beschuldigt. Um der drohenden Todesstrafe zu entgehen, bekennt van Meegeren: kein Vermeer, alles falsch. Und malt zum Beweis ein Großformat im Stil des alten Meisters unter den Augen der staunenden Fachleute.